Warum senkt Rote Beete den Blutdruck?

Rote Bete Saft gegen hohen Blutdruck?

Die Rote Bete als natürliche Alternative um Bluthochdruck zu senken – was steckt dahinter? In Studien konnten immer wieder vielversprechende Ergebnisse erzielt werden und die Probanden konnten mit dem Rote Bete ihren Blutdruck tatsächlich deutlich senken. Trotzdem gibt es in der Praxis aber immer wieder Unsicherheit in Bezug auf die richtige Dosierung und die Art der Einnahme. Daher gibt es oft auch Enttäuschung aufgrund fehlender Auswirkungen. Auch wissen viele immer noch nicht von der Wirkung einer nitratreichen Ernährung auf Bluthochdruck. Ist also Rote Bete Saft zu trinken wirklich ein Naturheilmittel um hohen Blutdruck wieder ins Gleichgewicht zu bekommen?

Die rote Powerknolle enthält nicht nur Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe, sie ist auch von Natur aus reich an Nitrat.

Nitrate werden vermehrt als wichtige Komponente gesehen, um gesundheitliche Vorzüge von Gemüse aufzuzeigen. Lebensmittelhersteller und Medien beschränken sich oftmals auf das Vorhandensein von Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffe in Gemüsesorten. Während diese zweifellos eine wichtige Rolle für die Gesundheit spielen, ist es gut möglich, dass das enthaltene Nitrat einen Großteil der gesundheitsfördernden Eigenschaften einiger Gemüsesorten erklärt.

Über das Zwischenprodukt Nitrit bildet Nitrat den Ausgangspunkt für die Herstellung vom Stickstoffmonoxid. Dieses Stickstoffmonoxid, oder kurz NO, ist ein körpereigener Botenstoff; ein kleines Molekül mit großer Wirkung: Es erweitert die Blutgefäße und erhöht so die Blutzirkulation. Das Gewebe und die Organe werden besser durchblutet, was eine verbesserte Versorgung aller Zellen mit lebensnotwendigem Sauerstoff und Nährstoffen bedeutet. NO hat die Fähigkeit, Arteriosklerose zu verhindern und auch teilweise rückgängig zu machen. Aus diesem Grund wird NO auch das Molekül des Lebens genannt und dafür wurde 3 Medizinern für dessen Entdeckung 1998 sogar der Medizin-Nobelpreis verliehen.

Dass Rote Bete durch ihren hohen Nitratgehalt Bluthochdruck auf natürliche Weise deutlich senken kann, wurde bereits in zahlreichen wissenschaftlichen Studien gezeigt. So auch in einer groß angelegten Studie an der Londoner Queen Mary Universität. Untersucht wurden in einer groß angelegten Studie hypertensiven Patienten, die zum Teil blutdrucksenkende Medikamente einnahmen. Vier Wochen lang nahmen die Probanden Rote Bete Saft zu sich, der entweder einen natürlichen Nitratgehalt von 400 mg pro Portion aufwies oder aus dem dieser Wirkstoff entfernt worden war. Blutdruck und andere vaskuläre Werte wurden überwacht, um die Auswirkungen des Saftes auf die Hypertonie zu messen. Denn wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch ist, sind massive Schädigungen des Organismus zu erwarten.

Die Auswirkungen auf den Blutdruck

Die Einnahme von Rote Beete Saft führt bei den Probanden zu einer Reduktion des Blutdrucks, der über eine Dauer von 24 Stunden erhalten bleiben kann. Die blutdrucksenkende Wirkung steigerte sich im Laufe der vierwöchigen Einnahme. Diese Effekte traten unabhängig davon auf, ob die Studienteilnehmer unter Blutdruck-Medikation standen oder nicht. Dabei wurde eine durchschnittliche Senkung des Blutdrucks um 7,7 mmHg systolisch und 7,4 mmHg diastolisch gemessen. Diejenigen Patienten, die also täglich einen halben Liter Rote Beete Saft mit hohem Nitratgehalt getrunken hatten wiesen einen deutlich niedrigeren Blutdruck auf. In dieser Studie konnte damit eine positive Wirkung auf Bluthochdruck nachgewiesen werden. Diese positive Wirkung wird der verbesserten Verfügbarkeit von NO zugeschrieben.

Wie wird NO in Ihrem Körper hergestellt?

Unser Organismus stellt kleine Mengen Nitrat selbst her, die ihm als NO-Vorstufe dienen. Isst man zusätzlich noch nitratreiches Gemüse wie Rote Rübe, Spinat, Rucola oder Blattgemüse, so stellt man dem auf diese Weise wichtige NO-Reserven zur Verfügung.
Durch den Verzehr von nitratreichem Gemüse erhöht sich die NO-Verfügbarkeit um bis zu 24 Stunden, denn der Körper besitzt dafür ein ausgeklügeltes System: Er „füttert“ mit dem Nitrat die guten Bakterien im Speichel und diese wandeln dann das Nitrat in Nitrit um, eine NO-Vorstufe.
Aus diesem Grund ist es auch notwendig, auf antibakterielle Mundspülungen zu verzichten. Diese würden die Umwandlung von Nitrat verhindern und damit die positive Wirkung auf den Blutdruck verhindern. Die Verfügbarkeit von NO aus Nitrat bleibt bis zu 24 Stunden erhöht. Daher ist es so wichtig, auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung zu achten, um genügend NO-Vorstufen bilden zu können.

Wie viel Saft muss man trinken, um einen positiven Effekt auf Bluthochdruck zu haben?

In der Studie wurden Saft mit einem bestimmten Nitratgehalt (6,4 mM – entspricht ca. 400 mg) eingenommen. Hier gibt es für den täglichen Gebrauch ein Problem: Verschiedene im Handel erhältliche Säfte schwanken durch unterschiedliche Sorten, Anbaubedingungen, etc. stark im Wirkstoffgehalt. Üblicherweise wird der entsprechende Gehalt an Nitrat mit Mengen zwischen 400-700 ml Saft erreicht. Alternativ kann auf Spezialprodukte zurückgegriffen werden. Diese sind konzentrierter und standardisiert im Wirkstoffgehalt.

 

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