Was die Gefäßgesundheit mit dem Alter zu tun hat – und warum Sie wissen müssen, was Sie dagegen tun können!

Es ist bekannt, dass im Alter das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen deutlich ansteigt. Das hat damit zu tun, dass unser Körper natürlich nicht nur äußerlich, sondern vor allem auch innerlich altert. Bluthochdruck, Arteriosklerose und Thrombosen sind Probleme, die vermehrt im Alter auftreten. Der Grund ist, dass unsere Blutgefäße steifer werden. Sie können sich nicht mehr genug weiten, um all das Blut durchzulassen. Die Folge: Es entstehen Entzündungen und Gerinnungsstörungen. Diese Probleme sind so weit verbreitet, dass sie von manchen sogar als „normale“ Alterserscheinungen eingestuft werden. Dass das aber nicht zwingend so sein muss, zeigt, dass diese Veränderungen abhängig sind vom Lebensstil!

Warum funktioniert alles so wie es soll – oder eben nicht?

Der Mechanismus, der hinter diesen Veränderungen unserer Blutgefäße steht, ist folgender: Ganz im Inneren unserer Gefäße gibt es eine Schicht, die sich Endothel nennt. Diese dünne Schicht Zellen ist nicht einfach eine Barriere zum Gewebe, sie hat auch wichtige Funktionen. Unser Endothel sorgt grundsätzlich dafür, dass die richtigen Stoffe aus dem Blut in das umliegende Gewebe gelangen. Die Zellen können aber auch die Gerinnung des Blutes hemmen oder aktivieren – was eben gerade benötigt wird. Auch bei Entzündungen sind sie aktiv, lösen Abwehrprozesse aus und regulieren diese Vorgänge. Sie können auch die Bildung neuer Gefäße anregen – besonders wichtig, wenn zum Beispiel ein Gefäß bereits verstopft ist, um „Umfahrungen“ zu schaffen.
Eine Funktion ist es aber, die für die medizinische Forschung in den letzten Jahren ganz besonders in den Fokus gerückt ist: Die Bildung von Stickstoffmonoxid, auch genannt Nitric Oxide. Nitric Oxide – oder kurz NO – ist nämlich der Botenstoff, der in viele der vorher genannten Prozesse eingreift. Unser Endothel produziert also NO, weil das notwendig ist, damit unsere Gefäße so funktionieren wie sie sollen. Leider verliert das Endothel mit zunehmendem Alter diese Fähigkeit – warum genau weiß eigentlich niemand. Was also heute feststeht: Der altersbedingte Abbau der Produktion von NO scheint eine wesentliche Ursache zu sein für die Einschränkung der Gefäßfunktionen!

Der alternative Weg, um an NO zu kommen

Fakt ist also, dass ohne NO unsere Gefäße nicht richtig funktionieren können. Fakt ist auch, dass die NO-Produktion in den Gefäßen schon im mittleren Alter abzunehmen beginnt. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Man fand heraus, dass unser Organismus noch eine weitere Möglichkeit hat, das dringend benötigte NO herzustellen. Also nicht nur über die Zellen des Endothels.

Und zwar funktioniert das über Nitrat in der Nahrung. Dieses wird bei Bedarf in NO umgewandelt. Möglicherweise ist es auch dieses Nitrat, das den außerordentlich positiven Effekt erklärt, den eine gemüsereiche Ernährung auf unser Herz-Kreislaufsystem hat. Denn Nitrat ist ein natürlicher Bestandteil von Wurzeln und grünem Blattgemüse. Da Pflanzen ein ganz wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung sind, ist es auch irgendwie naheliegend, dass wir in gewisser Weise auf die Zufuhr von Nitrat aus Gemüse auch angewiesen sein könnten…

Was muss man tun, um das Risiko für Herzinfarkt etc. im Alter zu senken?

Es wurden in den letzten Jahren zahlreiche Studien durchgeführt, um den Effekt von Nitrat auf unseren Körper nachzuweisen. Mittlerweile zeigt sich deutlich, dass durch Nitrat Bluthochdruck gesenkt, Entzündungen eingedämmt und die Leistungsfähigkeit bei Sportlern gesteigert wird. In einer aktuellen Studie der Universität Queensland wurde erst letztes Jahr gezielt untersucht, wie sich Nitrat nun bei älteren Menschen auf die Gefäße auswirkt. Die Frage, der die Forscher nachgingen war also: Was muss man tun, um das Risiko für Herzinfarkt etc. im Alter zu senken? Die Antwort in Kürze: stille chronische Entzündung bekämpfen und Gerinnungsstörungen verhindern. Denn diese zwei Faktoren sind es, die unsere Gefäße kaputt und unser Herz-Kreislaufsystem schlapp machen lassen. Und genau hier versuchten die Forscher mit nitrathaltigem Rote Bete Saft einzugreifen und dessen präventives und therapeutisches Potenzial zu zeigen.

Dabei wurden 12 Personen im Alter von 57 bis 71 Jahren entweder nitratreicher oder nitratarmer Rote Bete Saft verabreicht. Die gesamte Studie war randomisiert und doppelblind angelegt, um Beeinflussungen auszuschließen. Die Ergebnisse versprechen viel:

Schon nach einer einzigen Einnahme des nitratreichen Rote Bete Safts konnten die Forscher nachweisen, dass der Blutdruck gesenkt, Entzündungen gemildert und die Blutgerinnung normalisiert wird

Blutdruck Der blutdrucksenkende Effekt von Rote Bete Saft wurde bereits in einer Anzahl von Studien beobachtet. In dieser Studie konnte dieser Effekt ebenfalls beobachtet werden: Bereits 3h nach der Einnahme des nitratreichen Safts wurde sowohl der systolische, diastolische als auch der arterielle Blutdruck gesenkt.

Gefäßentzündung Chronische Entzündungen zerstören unsere Gefäße ganz unbemerkt. Bei den Studienteilnehmern wurde beobachtet, dass nach Einnahme des Safts deutlich weniger entzündungsfördernde Stoffe ausgeschüttet wurden. Interessanterweise wurde dieser Effekt bei beiden Teilnehmergruppen beobachtet. Also sowohl bei jenen, die den nitratreichen Saft erhalten hatten, als auch bei denjenigen, die das Placebo tranken. Es sind also anscheinend vor allem andere bioaktive Substanzen der Roten Bete, die für diesen Effekt verantwortlich sind. Rote Bete enthält einige interessante Pflanzenstoffe, zum Beispiel Betalain und Flavonoide. Diese, vermuten die Forscher, könnten für den gerinnungs- und entzündungshemmenden Effekt verantwortlich sein.

Blutgerinnung Rote Bete Saft scheint sich positiv auf eine normale Funktion unserer Blutplättchen auszuwirken. Diese sind wesentlich für die Blutgerinnung und es ist essenziell, dass dieses System stabil funktioniert und es keine überschießenden Reaktionen gibt – denn dann entstehen Blutgerinnsel, die an der Gefäßwand kleben und den Blutfluss hemmen. Schlimmstenfalls können sich diese auch lösen, in engere Gefäße gelangen und diese komplett verschließen. Rote Bete Saft hat den Schlussfolgerungen der Forscher zufolge einen positiven, also stabilisierenden Einfluss auf die Gerinnung.

Was kann man sich also aus diesen Erkenntnissen mitnehmen?
Rote Bete Saft hat bereits nach der ersten Einnahme positive Effekte auf unsere Gefäßgesundheit gezeigt. Der Vorteil ist, dass es sich um ein natürliches Nahrungsmittel handelt. Es kann aufgrund seiner Zusammensetzung mit vielen weiteren bioaktiven Inhaltsstoffen auftrumpfen, welche die Wirkung des Nitrats wahrscheinlich auch noch ergänzen. Die Ergebnisse der Studie untermauern damit weiter die Auffassung, dass die regelmäßige Einnahme von Rote Bete Saft ein Schlüsselfaktor für gesunde Gefäße in jedem Alter sein könnte!

Die Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29165355

 

 

 

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